Lernen für die Zukunft

Jedes Jahr sucht sich der Kirchengemeinderat ein Projekt heraus, das er durch Opfereinnahmen besonders unterstützen möchte. Für das Jahr 2019 hat sich der Kirchengemeinderat dafür entschieden, die Aktion “Lernen für die Zukunft” in Dschibuti zu unterstützen.

Dschibuti

Ein bitterarmes Land gewährt Zuflucht –
Flüchtlingen beim Neustart helfen

Auf der Flucht vor Bürgerkrieg, Gewalt und Unterdrückung sind in den vergangenen Jahren Zehntausende nach Dschibuti gekommen. Doch das kleine Land am Horn von Afrika, das an Somalia, Äthiopien und Eritrea grenzt und vom Jemen nur durch eine schmale Wasserstraße getrennt ist, kann den Menschen kaum mehr bieten als Sicherheit, denn es gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas. Deshalb unterstützt der Lutherische Weltbund (LWB) seit einem Jahrzehnt die Flüchtlinge, die Hilfe am dringendsten brauchen.

Dazu gehört der 30 Jahre alte Yausuf Mohamed Faarax aus Somalia. Er ist vor dem Bürgerkrieg geflüchtet, dem seine Eltern zum Opfer gefallen sind. Er selber wurde von einer Kugel im Bauch verletzt. Die anschließende Operation überlebte er nur knapp. Daraufhin floh er 2010 weiter nach Dschibuti.

Völlig mittellos kam er in Dschibuti an. Er hatte Probleme, Arbeit zu finden, weil er wegen seiner Verletzung nicht schwer tragen durfte. In dieser misslichen Lage finanzierte ihm der LWB nicht nur eine Ausbildung zum Schneider, sondern gab ihm auch eine Nähmaschine und Material als Start in die Selbstständigkeit. Nun steht Faarax in Dschibuti auf eigenen Beinen.

Außerdem hat der LWB mehr als 3.000 Flüchtlingskindern den Schulbesuch ermöglicht. Auch die Verteilung von Essen an Schulen gehört zum Programm des LWB. Dieser hat sich auf zwei Flüchtlingslager konzentriert und später mithilfe des Deutschen Nationalkomitees seine Arbeit auf die Hauptstadt ausgedehnt.

Mit nicht mehr als einer Plastiktasche voll Kleidung ist Roda mit ihren beiden Kindern in Dschibuti angekommen. Unterschlupf haben die Flüchtlinge hier bei einer Familie gefunden. Roda ist behindert, deshalb muss ihre 15 Jahre alte Tochter als Putzkraft für den Lebensunterhalt sorgen. Unterstützung findet die 38-Jährige durch den Lutherischen Weltbund (LWB). Von ihm erhielt sie eine Prothese und regelmäßig besucht sie eine Selbsthilfegruppe für Frauen. Sie hofft, dass der LWB auch ihren Kindern helfen wird. „Ich möchte meinen Sohn in die Schule schicken. Aber ich kann es mir nicht leisten“, sagt sie.

Einen Schwerpunkt seiner Arbeit in Dschibuti legt der LWB nämlich darauf, Flüchtlingskindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Besonders die neu ankommenden Kinder aus dem Jemen machen den Verantwortlichen Sorgen. „Diese sind besonders gefährdet, weil sie keine Unterstützung erhalten und nicht wissen, wo sie hin sollen. Schulbildung stärkt diese Kinder“, heißt es.

Sie sind aber vergessen von der Welt, genauso wie der blutige Bürgerkrieg, der seit 2015 im Jemen wütet. 17 Millionen Menschen, das sind 60 Prozent der Jemeniten, haben nicht genug zu essen. Das Land erlebt eine humanitäre Katastrophe.

Auch Hana ist mit ihrer Familie geflohen. „Eigentlich hatten wir alles, was wir brauchten, nur nicht Frieden und Sicherheit“, sagt Hanas Vater, der beinahe bei einem Bombenangriff starb. Der Jemen ist nur durch eine Meerenge von circa 20 Kilometern von Dschibuti getrennt. Hier fanden Hana und ihre Familie Aufnahme, obwohl jeder vierte der nur 800.000 Einwohner in extremer Armut lebt und die Arbeitslosigkeit bei rund 50 Prozent liegt. Die Nachbarn helfen den Neuankömmlingen sogar bei der Miete. Um die Überfahrt über das Meer bezahlen zu können, musste die Familie all ihren Besitz verkaufen.

Hana will Lehrerin werden. Aber als Flüchtling ist dieser Traum für die 14-Jährige nur schwer zu verwirklichen. Möglich will dies der Lutherische Weltbund machen, der Hana unterstützt. Er zahlt ihre Schulgebühren, kümmert sich um Schulmaterial und den Transport zur Schule. Damit für Hana ein Neuanfang in Dschibuti möglich ist. Wie Hana hilft der LWB vielen Kindern in Dschibuti, die ihre Heimat verlassen mussten.

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