Johanneskirche

JOHANNESKIRCHE

Kurze Historie der Johanneskirche

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Unsere Kirche wurde vermutlich im Jahr 1487 im spätgotischen Baustil erbaut. Vermutlich gab es vorher eine ältere Kapelle, die dem Heiligen Nabor geweiht war. Unsere heutige Kirche ist nach Johannes dem Täufer benannt.
Die Kirche steht auf einer leichten Geländeerhebung direkt am Gießnaubach. Es fällt auf, dass das ganze Kirchengelände von einer massiven Mauer umgeben ist und der Kirchturm mit einem kleinen Abstand neben dem Kirchenschiff steht. Auf dem Kirchturm weisen ein Hahn und, was für eine evangelische Kirche eher ungewöhnlich ist, auch ein Kreuz auf unsrer Kirche hin. Aus dem Turm erklingen drei Glocken, die auf das dreistimmige Gloriamotiv a’, h und d gestimmt sind. Da in beiden Weltkriegen Glocken eingeschmolzen wurden, ist neben den beiden Glocken aus den Jahren 1950 und 1970 nur noch eine ältere Glocke aus dem Jahr 1738 erhalten geblieben. Der große Kastanienbaum vor dem Kirchplatz wurde vermutlich im Jahr 1871 als Erinnerung an die Gründung des Deutschen Reichs gepflanzt. Da er unrettbar erkrankt war, musste er zwischenzeitlich – sehr zu unserem Leidwesen – gefällt werden.

Zu den Anfängen unserer Johanneskirche gibt es in ehemaligen Inschriften und späteren Aufzeichnungen einige Hinweise. Sie wurde wohl unter der Aufsicht von Mönchen fertiggestellt und gehörte zum Besitz des katholischen Klosters Sankt Peter (im Südschwarzwald). Mit der Reformation wurde Nabern im 16. Jahrhundert evangelisch. Aber viele Jahre über die Reformationszeit hinaus, nämlich bis zum Jahr 1806, blieb es weiter die Aufgabe des Abts des Klosters St. Peter, das Kirchengebäude zu unterhalten und einen evangelischen Pfarrer auf die Naberner Pfarrstelle zu berufen.

Es ist zu vermuten, dass die Kirche in früheren Zeiten ein Zufluchtsort für die Bevölkerung war. Der Kirchturm weist Spuren eines Wehrturms auf und aus dem Jahr 1862 wird berichtet, dass eine vier Meter hohe Einfriedung auf die Höhe zurückgebaut wurde, die die Mauer bis heute hat. Das frühere Satteldach des Turms wurde im Jahr 1871 mit einem spitzen Dach versehen, das dann im Jahr 1959 noch einmal renoviert wurde. Im Jahr 1862 wurde direkt neben dem Kirchturm ein weiterer Zugang zum Kirchplatz geschaffen. Die kleine Sakristei wurde vermutlich Im Jahr 1778 auf der Südseite der Kirche angebaut. Eine ältere Sakristei war auf der Nordseite der Kirche und wurde im Jahr 1960 abgerissen. Auf deren alten Fundamente wurde im Jahr 1985 der heutige Nebenraum aufgebaut. Das Gelände innerhalb der Umfriedungsmauern wurde bis zum Jahr 1837 als Friedhof genutzt.
Im Innenraum der Kirche fällt vor allem der große Chorraum mit seinem gotischen Kreuzrippengewölbe auf. Die Decke ist liebevoll bemalt und wird durch zwei Schlusssteine zusammengehalten. Erst im Jahr 1898 wurden auf diese Schlusssteine die gekreuzten Schlüssel als Zeichen für das Kloster St. Peter sowie ein Lamm und das Haupt von Johannes dem Täufer aufgemalt. Im hinteren Teil der Kirche sind noch zwei Rötelzeichnungen teilweise erhalten. An der Westwand ist wohl der Heilige Nabor als Soldat dargestellt. Im Emporenaufgang ist vermutlich eine Frau zu sehen, die den Teufel mit einem Stock abwehrt. Die heutige Gewölbedecke im Kirchenschiff wurde im Jahr 1868 eingebaut und ersetzte die frühere marmorierte flache Decke. Das barocke Kruzifix von 1681 hing eine Zeit lang zusammen mit dem Engel, der nun in der Kanzelecke zu sehen ist, der geschnitzten Tafel, die nun im hinteren Emporenaufgang ihren Platz gefunden hat, und Gemälden von Maria und Johannes an der Südwand der Kirche. Unsere heutige dritte Orgel ist aus dem Jahr 1980. Sie steht an der Stelle auf der Nordempore, an der auch die erste Orgel von 1743 stand. An der Westwand ist auf der Empore noch ein neugotischer Prospekt angebracht und im Chorraum stehen auf Podesten zwei undatierbare Bläserengel, die auf jeden Fall an der zweiten Orgel, die im Chorraum stand, angebracht waren. Außerdem gibt es in unsrer Kirche einen Altar (1898), einen Taufstein (1898) mit einer Taufschale und Kanne (1895), eine Kanzel (1959) mit Kanzeldeckel (1720-1750), drei Abendmahlskelche (um 1500, 1792 und 1980) und drei Gemälde: ein Stammbaum Christi (1817), eine Endzeituhr (1823), deren Zeitberechnungen auf Philipp Matthäus Hahn zurückgehen, und Martin Luther (1929).

 

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